140 oder 280 cm? Die Grundsatzentscheidung
| 140 cm | 280 / 300 cm | |
|---|---|---|
| Naht | Bahnen werden längs zusammengenäht | Meist nahtlos über die Höhe |
| Musterauswahl | Sehr groß | Kleiner |
| Preis pro Meter | Oft günstiger | Oft teurer |
| Rapport | Muss Bahn für Bahn versetzt werden | Fällt meist weg |
| Für | Breite Fenster, gemusterte Stoffe | Hohe Fenster, Uni-Stoffe |
Nähte richtig platzieren
- Außen statt Mitte: Die Naht gehört an die Außenkante der Gardine, nicht in die Mitte — im Faltenwurf verschwindet sie dort fast vollständig.
- Gleiche Laufrichtung: Alle Bahnen in derselben Richtung zuschneiden (Webkante beachten), sonst glänzt der Stoff unterschiedlich.
- Nahtzugabe: 1,5 cm pro Naht einplanen — bei 3 Bahnen also 2 Nähte × 1,5 cm.
- Französische Naht: Für Stores und helle Stoffe — schließt die Schnittkante sauber ein, keine Overlock nötig.
Der Rapport: Muster im Takt
Der Rapport ist die Höhe, nach der sich ein Muster wiederholt. Jede Bahn muss so zugeschnitten werden, dass das Muster auf gleicher Höhe beginnt — sonst „springt" das Muster an der Naht.
Beispiel: Rapport 40 cm, Bahnlänge 235 cm. Pro Bahn brauchst du 6 Rapporte = 240 cm (aufgerundet), also 5 cm Verschnitt pro Bahn. Bei 4 Bahnen: 20 cm extra — ca. 0,8 m Mehrverbrauch bei 280er Stoffbreite. Rechne im Stoffmengen-Rechner mit 10–15 % statt 5 % Zugabe.
Zuschneiden in der Praxis
- Stoff vorwaschen (wenn waschbar) — Baumwolle und Leinen laufen ein.
- Erste Bahn zuschneiden, Musterposition markieren.
- Folgebahnen am Muster der ersten Bahn ausrichten, dann schneiden.
- Bahnen rechts auf rechts stecken, Naht steppen, versäubern.
- Erst dann Säume und Kräuselband anbringen.
Tipp: Bei Uni-Stoffen ohne Rapport entfällt der Verschnitt — hier reicht die normale 5-%-Zugabe aus dem Rechner.